Oliver Zabel

ist 1969 in Bremen geboren.
Er lebt und arbeitet in Worpswede.
1995 Diplom der Bildenden Künste
(Schwerpunkt Bildhauerei)


Biografie
zurück Seine Objekte, Installationen und Bilder zeigt er seit 1987 in Ausstellungen im In- und Ausland (Belgien, Frankreich, Niederlande, Polen) Stipendien in Polen und Teilnahme an internationalen Symposien.
Seine Werke sind in öffentlichen Kunstsammlungen vertreten.

... die formale Ästhetik seiner Werke entsteht aus der intuitiven Gegenüberstellung der einzelnen Elemente, die neben den eingearbeiteten Gebrauchsgegenständen im wesentlichen aus alten Buchillustrationen und Fotografien bestehen.
In den Objekten und der Malerei spürt Oliver Zabel den Unterschieden und Gemeinsamkeiten seiner Fundstücke nach.
Er erschließt durch Neuordnung und Umstrukturierung ungeahnte vielschichtige Ebenen im Spannungsgefüge scheinbarer Zufälligkeit…
Titel Hänsel und Gretel
Technik Mischtechnik auf Leinwand
für weitere Informationen: info@galerie-rulaender.de
Biografie

Es war Marcel Duchamp, der im Jahre 1913 erstmals einen Gebrauchsgegenstand aus seinem alltäglichen Kontext löste, ihn zum Kunstwerk erhob und damit großes Aufsehen erregte. Duchamp prägte so den Begriff "Ready-made" und thematisierte die Frage nach dem Kunstverständnis. Damit stellte Duchamp nicht nur die Weichen für die konzeptionelle Kunst der 60er Jahre, das "Ready-made" bildete auch den Ausgangspunkt für die Entwicklung der Objektkunst. Ihre Geschichte umfasst eine vielfältige Ausdrucksskala, die von der absurd - poetischen Materialmontage des Dadaismus über Materialhappenings und Assemblagen der Pop-Art bis zu den heutigen Rauminstallationen reicht.

Die Arbeiten von Oliver Zabel sind inmitten dieser Skala einzuordnen. Für seine Installationen und Objekte sucht und sammelt er banale, scheinbar wertlose Gegenstände und bringt sie in neuen Zusammenhang. Die alltägliche Schönheit der Fundstücke wie Mausefallen, Schrauben, Drähte und Porzellanscherben ordnet er in seinen Objektkästen zu einer neuen ästhetischen Einheit an. Nicht rein konzeptionell, sondern auch intuitiv positioniert Oliver Zabel die einzelnen Elemente in Holzkisten und Schubläden. So entsteht durch eine scheinbar zufällige Anordnung ungewöhnlicher Gegenstände ein besonderes Spannungsgefüge.

Wie auf kleinen Bühnen präsentiert er seine objets trouvés. Durch die veränderte Wahrnehmung werden sie dort zu poetischen und oft auch ironischen Inszenierungen des Alltäglichen. Sie verkörpern Realität und Mythos zugleich.

Von einem ähnlichen Prinzip kann man auch in der Malerei Oliver Zabels sprechen. Doch entdeckt er jetzt seine objects trouvés nicht auf dem Flohmarkt oder dem Sperrmüll, sondern in Enzyklopädien, Lexika und anderen wissenschaftlichen Büchern. Es handelt sich hierbei um Grafiken und Karikaturen, die er aus ihrem Sinnzusammenhang löst und neu zusammensetzt. Fototechnisch vergrößert er die Grafik und überträgt sie mit der Technik der Frottage auf die bereits mit der Farbe behandelte Leinwand. Es kommt zu einem Spiel mit formalen und ästhetischen Mitteln, wobei die Farbe lasierend als auch pastos auf den Bildträger gebracht und wieder mit neuen Formen überarbeitet wird, so dass auch hier eine gewisse Plastizität entsteht. Die flächige Leinwand suggeriert die Illusion einer Bühne, auf der sich durch die komplexen Bildgefüge neue Geschichten aus Gegenwart und Vergangenheit entwickeln, die der Künstler dem Betrachter jedoch selbst zu Ende erzählen lässt. Donata Holz